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Tschernobyl
Vor 20 Jahren ereignete sich im Kernkraftwer in Tschernobyl der atomare GAU. Was genau in den entscheidenden Stunden, Minuten und Sekunden der Katastrophe geschah, lesen Sie im Folgenden.
Am 25. April hatte Chefingenieur Anatoli Djatlow das Oberkommando über die Nachtschicht in Tschernobyl. Es sollte ein Sicherheitstest durchgeführt werden. Es sollte überprüft werden, was passiert, wenn im Kraftwerk der Strom ausfällt. Funktioniert die Kühlung in solch einem Fall noch? Die Notstromaggregate benötigen rund 50 Sekunden, bis sie hochgefahren sind. Eine Zeit, in der der Reaktor weiterläuft und gekühlt werden muss. Eigentlich sollte der Test am Tag zuvor durchgeführt werden, die Nachtschicht am 25. April ist nicht darauf vorbereitet. Und so läuft kurz vor Mitternacht der Countdown an zum ersten Super-GAU der Kernkraft-Geschichte.
Freitag, 25. April 1986, 23:10 Uhr
Laut Programm soll die Reaktorleistung zuerst auf 20 bis 30 Prozent heruntergefahren werden. Dazu fährt der junge Reaktoroperator Leonid Tuptonow die so genannten Absorberstäbe ein. Damit kann die Kernspaltungsrate des Reaktors reguliert werden, die Leistung sinkt ab.
Samstag, 26. April 1986, 0:28 Uhr
Unerwartete Schwierigkeiten tauchen auf. Die Reaktorleistung fällt viel zu weit ab, geht gegen Null. Bei der Mannschaft macht sich Entsetzen breit. Jetzt muss laut Betriebsvorschrift der Reaktor abgeschaltet werden, ein Wiederanfahren ist nicht zulässig. Chefingenieur Djatlow ordnet jedoch an, die Leistung wieder zu steigern, er will den Test auf jeden Fall durchführen. Daraufhin entfernt Toptunow Absorberstäbe aus dem Kern - jedoch zu viele, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten.
0:43 Uhr
Obwohl der sich der Reaktor bereits in einem schwer steuerbaren Zustand befindet, will Djatlow weitermachen. Unter Umgehung der Vorschriften setzt er die automatische Notabschaltung außer Kraft, um den Test zu wiederholen.
1:03 Uhr
Die Reaktorleistung liegt bei sieben Prozent und macht einen stabilen Eindruck. Um den Test durchzuführen, muss laut Vorschrift aber mindestens 20 Prozent Leistung vorliegen.
1:22 Uhr
Die Anzeigen im Kontrollzentrum liefern keinen Grund zur Besorgnis. Aber dieser Schein trügt. Der Reaktor befindet sich zu diesem Zeitpunkt in einem äußerst instabilen Zustand. Nur noch sechs von 211 Absorberstäben sind eingefahren, eine Mindestmenge von 28 Stäben ist eigentlich vorgeschrieben. In manchen Bereichen des Reaktors ist die Leistung jetzt zu niedrig, an einigen der Brennstäbe aber deutlich zu hoch. Eigentlich müsste der Test spätestens jetzt abgebrochen werden. Doch Djatlow gibt den Befehl, den Versuch zu starten.
1:23 Uhr und 4 Sekunden
Die Ingenieure unterbrechen die Dampfzufuhr zum Generator, um damit einen Stromausfall zu simulieren. Sowohl die Turbine als auch die angeschlossenen Kühlmittelpumpe laufen langsam aus. Die Kühlwasserzufuhr wird dadurch verringert, die Temperatur im Reaktorkern steig. In Folge dessen bilden sich im Kühlwasser Dampfblasen. Bedingt durch einen Eigenart dieses Reaktortyps beschleunigt sich dadurch die Kettenreaktion im Reaktorkern. Damit beginnt ein Teufelskreis: Die Leistung steigt unkontrolliert und kann von der automatischen Regelung nicht mehr gestoppt werden.
1:23 und 40 Sekunden
36 Sekunden nach Beginn des Versuchs legt der Schichtleiter per Hand den Schalter für die Notabschaltung um. Daraufhin werden alle Absorberstäbe eingefahren, sie sollen den außer Kontrolle geratenen Reaktor zum Stillstand bringen. Durch eine weitere fatale Eigenart des Reaktortyps wird durch das Einfahren der Stäbe die Kettenreaktion kurzzeitig beschleunigt. In nur wenigen Millisekunden erreicht der Reaktor das Hundertfache seiner Maximalleistung. Der Brennstoff ist zu diesem Zeitpunkt über 1.000 Grad Celsius heiß, der Kühlwasser verdampft schlagartig. Durch den enormen Druck bersten Röhren. Die 3.000 Tonnen schwere Abdeckplatte des Reaktors wird in die Luft geschleudert, das Dach komplett zerstört. Eine zweite Explosion befördert 40 Tonnen radioaktives Material ins Freie. Der Super-GAU ist eingetreten.
[Quelle]
Wie unterscheiden sich julianischer und gregorianischer Kalender ?
Bis zur Kalenderreform Papst Gregors waren alle durch 4 teilbaren Jahre Schaltjahre. So hatte das Jahr im Durchschnitt 365,25 Tage. Das tropische Jahr dauert aber nur 365,2422 Tage. Dieser Unterschied summiert sich nach 128 Jahren zu einem vollen Tag ( 1 / ( 0,25 - 0,2422 ) = 128,2 ). Nicht schlimm für die Spanne eines Menschenlebens. Aber im Laufe der Jahrhunderte würde das Osterfest allmählich gen Sommer wandern. Das war mit Beginn der Neuzeit schon klar. So hat man auf dem Konzil zu Konstanz 1414 nicht nur Jan Hus verbrannt, sondern auch beschlossen, daß eine Kalenderreform her muß. Und schon 1545 im Konzil zu Trient wurde der Beschluß bestätigt !
Mit der Bulle vom 24.02.1582 ( Datum nach dem alten Kalender ) bestimmte Papst Gregor, daß in diesem Jahr auf den 4. Oktober direkt der 15. Oktober folgen solle. So wurde die schon geschehene Verschiebung ausgeglichen. Außerdem sollen die vollen Jahrhunderte keine Schaltjahre mehr sein, sofern das Jahr nicht auch durch 400 teilbar ist. 1900 und 2100 sind also keine Schaltjahre, 2000 war aber eines. Auf 400 Jahre kommen dann 97 Schalttage. Damit dauert das gregorianische Kalenderjahr im Durchschnitt 365 + ( 97 / 400 ) = 365,2425 Tage und ist so schon ziemlich nahe am tropischen Jahr.
Die verbleibenden Abweichungen gegenüber dem tropischen Jahr ist klein genug, dass erst nach 3333 Jahren ein zusätzlicher Schalttag notwendig wird. (1 / ( 0,2425 - 0,2422 ) = 3333,3 Jahre). Das heißt im Jahre 4915 (1582+3333)
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